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Borreliose beim Pferd- “die” Krankheitsanzeichen

Pferdekrankheiten· Dr. Veronika Klein
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Keine Ursache gefunden? — Dein Pferd hat Borreliose.

Borreliose beim Pferd – sehr kontrovers diskutiert in der Pferdewelt! Häufig habe ich den Eindruck, wenn man keine Ursache findet für ein Problem, dann muss es ja Borreliose sein. Zur Absicherung wird dann ein Bluttest auf Antikörper gemacht und der ist dann positiv — und da hat mein dann die Erklärung, oder?

Ganz so einfach ist das leider überhaupt nicht und daher möchte ich euch einmal einen Überblick aus der Wissenschaft geben und die Tücken und Stolpersteine in der Diagnostik erläutern – also ein nicht so einfaches Thema.

Der Infektionsweg der Borreliose im Pferd

Die Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst mit dem Namen “Borrelia burgdorferi”. Die Borrelien werden durch Zecken übertragen und überleben in der freien Umwelt nicht. Der Erreger lebt im Darm der Zecke und ist dort eher ruhig unterwegs, sobald aber die Zecke Blut saugt vermehrt sich der Erreger, wird sehr mobil und auf der Oberfläche bilden sich neue Proteine (OspA , OspC und VLsE ). In Folge machen sich die Borrelien auf den Weg in die Speicheldrüse der Zecke und gelangt dann mit dem Speichel in den Wirt. Bis das alles passiert ist und der Erreger in den neuen Wirt gelangt, muss die Zecke in der Regel 24 Stunden am Pferd sitzen. Im Pferd befindet sich der Erreger dann im Gewebe und im Blut, dort kommt es dann zu einer Immunantwort und das Pferd bildet Antikörper. Die Bildung der Antikörper dauert sehr lange bei Borrelien, daher sind die Antikörper meist erst nach 5 bis 6 Wochen nachweisbar im Blut.

Das heißt aber noch lange nicht, dass das Pferd krank wird, also Symptome zeigt. Sehr viele Pferde sind Seropositiv, heißt haben Antikörper im Blut, allerdings zeigen nur sehr wenige Borrelien-assoziierte Symptome.

Welcher Test ist sinnvoll?

Insgesamt gibt es nur sehr wenige Studien und Fallberichte über Borreliose kranke Pferd – der Umstand, dass viele Pferde Antikörper im Blut gegen Borrelien tragen, aber nur so wenig Krankheitsfälle bekannt sind, ist der Grund für die Diskussionen in wie weit die Borreliose beim Pferd relevant ist.

Symptome der Borreliose

Bei Pferden mit einem starken Immunsystem können die Bakterien vollständig eliminiert werden. Das Pferd wird demnach nicht krank!

Bei immunschwachen Patienten könne sich die Borrelien zum Beispiel im Nervengewebe und in den Gelenken des Pferdes ansiedeln und in Folge auch Symptome auslösen.

Typische Symptome, die eindeutig Borreliose anzeigen gibt es nicht, daher ist die Diagnose auch so schwierig.

Nach der Infektion sieht man beim Menschen eine Rötung der Haut – aufgrund des Fells ist das natürlich bei unseren Pferde nicht zu sehen und die ersten Anzeichen werden so übersehen.

Im frühes Stadium wenn sich der Erreger sich im Pferd verteilt löst er leider nur unspezifische Symptome aus wie,

  • Fieber
  • entzündliche Hautveränderungen
  • Lahmheiten
  • Gelenkschwellungen
  • Augenerkrankungen
  • neurologische Symptome

Hier wird die Borreliose auch nur selten erkannt, denn für diese Symptome gibt es weit häufigere Ursachen als eine Borrelien-Infektion.

Augenentzündung als mögliches Symptom

Gelenkschwellung als mögliches Symptom

Diagnose der Borreliose

Die Diagnose sicher zu stellen ist eine große Herausforderung und setzt sich aus verschiedenen Testergebnissen und der klinischen Untersuchung zusammen.

  • Ausschluss anderer Ursachen
  • klinische Symptome und ein Zeckenbefall
  • Antikörpertest im Blut
  • Antigen aus dem Gewebe
  • DNA Nachweis der Bakterien aus der Zecke

Die genauen Ausführung kannst du in dieser Episode des Podcasts hören!

Therapie der Borreliose

Die Therapie ist ebenfalls schwierig und langwierig und behält einige Tücken.

Die Behandlung beinhaltet eine Antibiotika-Gabe, die jedoch nicht unproblematisch ist. Daneben können Entzündungshemmer eingesetzt werden und es existieren ebenfalls Berichte, dass der Einsatz von Akupunktur und Kräutern die Symptome verbessert haben.

Prophylaxe: Insektenspray

Vorbeugende Maßnahmen sind möglich durch die Anwendung von Insektenspray/Lotion mit dem Wirkstoff Permethrin. Dieser soll laut Herstellern ebenfalls Zecken Fernhalten — ob und wie gut das funktioniert darf jeder selber testen.

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